BIR-NL 5-2018: Das große kollektive Versagen von Land und Stadt: Am 20.2. wird 48x umgeholzt. Bravo, Herr Al-Wazir, Herr Feldmann, Frau Heilig, Herr Oesterling und BUND Frankfurt!

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Jetzt ist es bald soweit! Bald können die oben genannten Unterstützer der Baumfällungen mit Champagner auf den gerodeten Baumstümpfen anstoßen! Habt Ihr alle toll gemacht! Da habt Ihr auch witklich schön zusammengearbeitet! Da sage noch einer die Kooperation zwischen Land und Stadt, ja und sogar noch mit Umweltverbänden würde nicht klappen!

Denn, dass das Land Hessen jetzt seine irrwitzigen Pläne mit den völlig überhasteten Rodungen zu Lasten der Gesundheit und der Riederwälder Lebensqualität umsetzen kann, liegt an den Genehmigungen, die wohl das Umweltdezernat der Stadt Frankfurt, aber auch der sehr in Sachen Fledermäuse engagierte BUND im Frühjahr erteilt haben.

Es ist ein Trauerspiel: In Sachsenhausen wird wegen drei Bäumen ein Schrägaufzug zur U-Bahn gebaut, im Westend wurde wegen Bäumen de fakto die Parkordung des Grüneburgparks geändert, und City trees soll es auch noch für die Innenstadt geben. Und was passiert hier im Riederwald? Das kann doch alles nicht wahr sein!


Was ist eigentlich auch mit der ABG Frankfurt? Vor allem ihre Mieter wohnen an der jetzt unnötig entstehenden Großbaustelle!


Bitte lesen Sie dazu auch den offenen Brief an Herrn OB Feldmann (bis dato keine Antwort von ihm).

Herr Oberbürgermeister Feldmann

Dezernat I - Oberbürgermeister
Römerberg 23
60311 Frankfurt am Main

Riederwaldtunnel: Sofortiger Stopp der absolut unnötigen Fällung von 48 Bäumen im Riederwald! Dies Forderung erheben 1400 Bürger, deren Unterschriften wir heute übergeben!

Frankfurt am Main, 1. Februar 2018

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Feldmann,

Es ist höchste Eisenbahn: Sie müssen jetzt einschreiten! Es darf nicht dazu kommen, dass weitere Bäume im Riederwald gefällt werden und der Stadtteil in eine Großbaustelle verwandelt wird, ohne dass die rechtliche Genehmigung für das Großprojekt erteilt wurde!

Aus diesem Grund überreichen wir Ihnen heute, die BIR(iederwald) zusammen mit unserer Initiatorin, Catherine Béroud, die inzwischen rund 1400 Unterschriften der online-Petition www.change.org/erlenbruch. Gerade dieses Thema muss jetzt bei Ihnen und den zuständigen Dezernenten endlich eine entscheidende Rolle spielen! Dabei schließen wir uns der Übergabe von Unterschriften mit der Forderung nach einem Baustopp bei der A66/A661 des AUA organisatorisch, aber auch inhaltlich an.

Es kann doch nicht sein, dass mutige Baumaktivisten die Riederwälder Bäume schützen, Sie und die Dezernenten der Stadt dieses für unseren Stadtteil – aber auch für Bornheim und Seckbach - so immens wichtige Thema einfach nicht wahrnehmen wollen. Dabei müssten Sie zusammen mit Verkehrsdezernent Oesterling und Umweltdezernentin Heilig verhindern, dass dem Riederwald dieser wertvolle Luftfilter einige Jahre zu früh geraubt wird! Zur Erinnerung: Die Straße Am Erlenbruch ist die Wohnstraße mit der höchsten NO2-Belastung in Frankfurt! Herr Staatsminister Al-Wazir hat selbst uns gegenüber Mitte Januar eingeräumt – was im Einklang mit den Aussagen von Dezernent Oesterling vom September steht, dass der Tunnelbau tatsächlich nur in zwei Jahren beginnen kann, wenn bei der gerade öffentlich laufenden Planauslegung keine Einwendungen kommen. Herr Al-Wazir verglich dabei den Frankfurter Osten mit Bad Camberg: Da es dort vor einem Straßenbauprojekt große Proteste gab, und dann doch keine Einwendungen, werde dies ja in Frankfurt genauso sein. Bei allem Verständnis: Diese Logik erschließt sich uns nicht: Wenn es eines beim Projekt Riederwaldtunnel über die letzten 40 Jahre immer gab, dann waren dies Einwendungen – womit wir im Übrigen wieder einer Meinung mit Herrn Oesterling sind! Dann ist aber die jetzt beabsichtigte Rodung von 48 Bäumen (inklusive jene in den Gehölzen, die meistens einfach bei der Zählung weggelassen werden) im Bereich Erlenbruch in diesem Winter und weiteren zahlreichen im kommenden Winter mehr als rücksichts- und verantwortungslos! Dafür soll es auch dann noch mehrere massive Betonelemente im Grünstreifen geben! Da geht doch etwas grundlegend schief, bitte handeln Sie deshalb, und zwar sofort!

Im übrigen könnten Sie, Herr Oberbürgermeister Feldmann, die Verkehrsproblematiken im Frankfurter Osten – beinahe – „im Alleingang“ an einigen Stellschrauben endlich in die richtige Richtung lenken (!):

1) Wie geschrieben: Als Oberbürgermeister können und müssten Sie eine Aussetzung der überhasteten Rodungen einfordern

2) In der aktuellen, öffentlichen Planauslegung zur A66/A661 müssten Sie dafür sorgen, dass die Stadt Frankfurt endlich ihre Interessen und die der Frankfurter Bürger in Hinblick auf Schutz vor Lärm und Abgasen mit Nachdruck verfolgt

3) Als Aufsichtsratsvorsitzender der ABG könnten und müssten Sie deren Passivität beim Thema Riederwaldtunnel beenden. Die ABG muss ebenfalls bei der aktuellen öffentlichen Planauslegung die Interessen der Stadt Frankfurt wie auch der Mieter der Wohnblöcke im Riederwald wie auch am Bornheimer Hang in Hinblick auf Schutz vertreten. Ein Nichthandeln der ABG hier wäre nicht hinnehmbar.

4) Als Aufsichtsratsvorsitzender der ABG müssten Sie veranlassen, dass diese schleunigst die Vorgehensweise von Hessen Mobil bei den jetzt anlaufenden Vorbereitungsmaßnahmen in den Blick nimmt. Allem Anschein werden diese – wie die damaligen Proberammungen – mit einem nutzlosen Lärmschutzkonzept durchgeführt. Gerade die Mieter der ABG litten darunter und werden dann wieder darunter leiden, wenn die Lärmgrenzwerte beim Einbringen der Spundwände und Bohlen für die „Leitungsbrücken“ wieder massiv überschritten werden!

5) Als Aufsichtsratsvorsitzender des RMV müssten Sie für eine schnelle Entlastung des Erlenbruchs sorgen, wenn Sie veranlassen, dass Hanau nicht mehr zwei Tarifzonen – sondern wie für die 15 km Entfernung angemessen – nur noch eine Tarifzone entfernt ist! Es ist unglaublich, dass dieser Missstand trotz verstopfter Straßen im Frankfurter Osten noch nicht angegangen wurde! Auch das Nachbarschaftsticket des Frankfurter Ostens zu Offenbach muss kommen – aber zu Preisen der Tarifzone 3, sprich wie für Frankfurt, sonst wird es auch hier keine großen Entlastungseffekte für die Straßen geben!

Leider müssen wir uns jetzt mit Nachdruck an Sie wenden, nachdem wir von dem Treffen mit Staatsminister Al-Wazir schwer enttäuscht wurden. Bitte geben Sie uns wieder Hoffnung.

In Erwartung Ihrer Antwort mit den konkreten Handlungen, die Sie jetzt sofort einleiten, insbesondere auch mit Stellungsnahmen zu den Punkten 1) bis 5), hoffen wir jetzt mit Ihnen einen entscheidenden Schritt nach Vorne zu kommen!

Mit freundlichen Grüßen für die BIR(iederwald),

Rainer Frey

 
 
 
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