„Graue Lunge“ Riederwald und Bornheimer Hang – oder die ignorierten Frankfurter im Osten!

Es sind nur 300 Meter Entfernung, aber sie entscheiden darüber, ob die Bedürfnisse des jeweilige Fankfurter im neuen Koalitionsvertrag berücksichtigt werden, oder eben nicht.

Während im Nordend eine Einhausung über die A661 gebaut werden soll, geht der restliche Frankfurter Osten komplett leer aus. Dabei war die ursprüngliche Begründung, warum es die Einhausung im Bereich Nordend gibt, die Errichtung zusätzlichen Wohnraums – womit die Einhausung zu einem großen Teil refinanziert würde, was ja weiter östlich nicht ginge. Dass dieses Argument offensichtlich nicht stimmt, zeigt sich jetzt, wo kurzerhand die Wohnungen zu einem großen Teil gestrichen werden und dies obwohl die Wohnungen gebraucht würden – wie gerade der Zuzug von Familien aus dem Nordend/Bornheim – mit steigendem Mietniveau - in den Riederwald zeigt – mit entsprechend Auswirkungen auf die Mieten hier. Auch aus unserer Sicht soll es keine Betonschlafburgen in Frankfurt geben, ökologische Gesichtspunkte sollten bei Bauprojekten in allen Stadtteilen eine zentrale Rolle spielen. Auch Ausgleichsflächen für Hobbygärtner sollten geschaffen werden. Trotzdem kommen wir wohl um Neubau in allen Frankfurter Stadtteilen nicht herum, wenn das Mietpreisniveau „erträglich“ bleiben/werden soll – auch im Riederwald wurde nachverdichtet, sogar zwischen bestehenden Häuserzeilen.

Mehr zum Koalitionsvertrag, Riederwaldtunnel, ÖPNV im Osten

Um so frappierender der aktuelle Koalitionsvertrag von Grünen, SPD, FDP und Volt: Nachdem bereits weit über 100 (?) Schrebergärten im Bereich Riederwald/Teufelsbruch für den Bau der A66/Riederwaldtunnel geräumt wurden, ist weiter tabula rasa im Osten angesagt: Es soll natürlich keine Einhausung von Bornheim bis zum Riederwaldtunnel geben, die A661 soll im Bereich Riederwald jetzt auf 6 Fahrspuren erweitert werden – Naturausgleichmaßnahmen vor Ort: Fehlanzeige; dazu schrieben wir auch das Verkehrsdezernat an: Keine Rückmeldung! Auch keine Rückmeldung darauf, dass teils neben der A661 die Lärmgrenzwerte überschritten werden – und die Berechnung der Schadstoffwerte Überschreitungen wahrscheinlich machen! (beides adressierte auch der OBR 11 an die Stadt!)

Einziges Statement der im Vertrag: Halten an Riederwaldtunnel und Ausbau A661 fest!

Wie bitte? Weder Einwendungen noch eine Einflussnahme für eine sinnvollere Verkehrspolitik in und um Frankfurt ohne weitere Autobahnen? Umgekehrt soll es kein Ausbau der A3 geben und besseren Lärmschutz an der A5! Dafür tat die Stadt Frankfurt noch nie was rund um den Riederwaldtunnel! Gerade vor 2 Jahren gab es die große Chance dazu und zuletzt bei der A661! Dabei soll Verkehrswende und die Verhinderung des Klimawandels das Kernelement der neuen Politik werden! Wie kann man da den Frankfurter Osten komplett ignorieren?

Warum gibt es vor dem Hintergrund der völlig überlasteten Durchgangsstraße kein ÖPNV-Konzept für den Frankfurter Osten? Müsstet beinhalten: Attraktivität der nordmainischen Regionalbahn kurzfristig erhöhen, durch Streichung der Tarifzone Maintal, Einwirkung auf Maintal und Hanau zur Errichtung von P&R-Parkhäusern; Wiederinbetriebnahme der alten Tram-Trasse Gwinnerstr., Seckbach und Bergen als U7; Verlängerung der U7 von Enkheim bis zu Riedbad. Alles relativ schnell machbare Entlastungen, nur keine kommt im Koalitionsvertrag vor!

Es braucht jetzt endlich eine konsistente Stadtpolitik und einen Magistrat, der diese dann auch umsetzt! Dabei braucht es die Verkehrswende und ökologisch verträglichen Wohnungsbau!

   
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