"Für Aufschub des Autobahnbaus"

Unterschriftensammlung gegen Riederwaldtunnel und Dreieck Erlenbruch

FAZ 14.Jul.2012 FuerAufschubdesAutobahnbausUnterschriften für eine Verschiebung des Autobahnbaus im Frankfurter Osten sam­melt das Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn. Heute informiert die Bürger­initiative an einem Stand am Fünffinger­plätzchen in Bornheim von 10 bis 14 Uhr. Sie wendet sich gegen den Weiterbau des Riederwaldtunnels, den Bau des Auto­bahndreiecks Erlenbruch und die Vollen­dung der längst begonnenen Verbreite­rung der Autobahn 661. Ihre Forderung begründen die Autobahngegner damit, dass die Lärmgrenzen drastisch über­schritten würden und einfache Lärm­schutzwände nicht ausreichten.


Die Straßenverwaltung Hessen Mobil lässt derzeit eine neue Verkehrsuntersu­chung erstellen, in der dargelegt werden soll, wie sich der Verkehr im Tunnel und im Autobahndreieck bis zum Jahr 2025 entwickeln wird. Die Untersuchung, die dem Planfeststellungsverfahren von 2007 zugrunde lag, hatte nur Vorhersa­gen bis 2015 getroffen. Die Bürgerinitiati­ve befürchtet, dass die Lärm- und Schad­stoffbelastung höher ausfallen wird, als damals prognostiziert wurde. Noch sei völlig unklar, wie die Bevölkerung vor den Belastungen geschützt werden kön­ne, heißt es.

Außerdem plane die Stadt Frankfurt eine Einhausung der A661 zwischen Bornheim und Seckbach und prüfe auch eine Einhausung der Strecke des süd­lichen Autobahnabschnitts bis zum Rie­derwald, argumentieren die Ausbaugeg­ner. Eine nachträgliche ·Einhausung sei eine Verschwendung von Steuergeldern, außerdem werde es in diesem Fall ein Ver­kehrschaos geben. Das Aktionsbündnis verweist darauf, dass jetzt auch die Orts­beiräte 4 (Bornheim, Ostend) und 11 (Fe­chenheim, Riederwald, Seckbach) einen Aufschub des Autobahnausbaus bis zu je­nem Zeitpunkt forderten, da die Einhau­sung baureif sei.

Eine weitere Bürgerinitiative, die sich für Lärmschutz entlang der Autobahnen im Osten der Stadt einsetzt, hat sich vor ei­nigen Wochen im Riederwald gegründet. In einem offenen Brief an den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) und Bundesverkehrsminister Pe­ter Rarnslmer (CSU) hat diese Bürgerinitiative darum gebeten, dass die Lärmschutzpläne im Konsens von Bund, Land, Stadt und Bürger erarbeitet werden. Ohne die Beteiligung der Bürger bestehe die Gefahr, dass es zu Abweichungen von gesetzlichen Standards komme. Man su­che das Gespräch mit Wiesbaden, sagt Rainer Frey von der Bürgerinitiative. An­scheinend seien der Landesregierung die Auswirkungen der Autobahnen im Frank­furter Osten auf die Bevölkerung dort nicht richtig bewusst.

Viele Riederwälder sehen während der achtjährigen Bauzeit des Riederwaldtun­nels und des Autobahndreiecks beson­ders hohe Belastungen auf ihren Stadtteil ­zukommen. Die hessische Straßenverwal­tung Hessen Mobil, die Bauherr des Tunnels und des Dreiecks ist, hat der Initiati­ve mittlerweile signalisiert, auf die Rieder­wälder zuzugehen.

Derzeit finden Vorarbeiten zum Bau des Riederwaldtunnels statt. Vor allem werden Strom- und andere Versorgungs­leitungen aufgespürt und verlegt. Der Bau des Kreuzunggsbauwerks am Dreieck Erlenbruch soll im Sommer nächsten Jah­res beginnen. Mit den Bauarbeiten am Tunnel will Hessen Mobil 2014 anfan­gen.

icon Für Aufschub des Autobahnbaus / FAZ vom 14.07.2012

   
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