Autobahn macht Älteren Angst

Riederwald SPD-Ortsverein fordert Mediator für das Bundesprojekt

FR 28.Jun.2012 Stadtteile-BerichtWas beschäftigt die betagteren Riederwälder momentan am meisten? "Natürlich die Autobahn. Die alten Leute können ja nicht so einfach wegziehen wie vielleicht die jüngeren. Deswegen sind gerade für die Senioren viele Ängste mit diesem Projekt verbunden", erklärte Christa Lietz am Mittwoch am Stand von "FR vor Ort" im Riederwald. Die Vorsitzende der AWO-Ortsgruppe mit 85 Mitgliedern - die meisten Rentner - sprach gewissermaßen als deren Abgesandte.

Wie komme ich auf dieser gigantischen Baustelle künftig über die Straße? Wie erreiche ich meine Geschäfte? Das zum Beispiel sind die sehr konkreten Fragen der älteren Menschen beim "AufregerThema Nummer 1" im kleinen Stadtteil mit dem Charme eines idyllischen Dörfchens.

Damit davon viel erhalten bleibt, geht der SPD-Ortsverein in die Offensive . Wie der Zweite Vorsitzende Wolfgang Rößer berichtete, werden die Genossen bei ihrer nächsten Vorstandssitzung am 7. August die Forderung nach einem unabhängigen Mediator für das Bundes-Autobahnprojekt stellen. "Er soll die Gutachten prüfen und alle Seiten an einen Tisch bringen, um Lösungen zu finden, mit denen dann alle leben können", so Wolfgang Rößer zu dem Vorstoß, der über die SPD-Fraktion im hessischen Landtag richtig ins Rollen gebracht werden soll. "Die Rückendeckung von einigen Abgeordneten haben wir schon."

Ein Verlangen anderer Art äußerten die Quartiermanagerinnen Annette Püntmann und Johanns Begrich. Es wäre an der Zeit, die Planungen der künftigen Autobahn samt Dreieck am Erlenbruch, Tunnelröhre und Seckbacher Ostumgehung als Modell auf den Tisch zu bekommen. "Bisher ist die Diskussion so abstrakt. Man müsste das alles einmal dreidimensional vorgestellt bekommen", sagte Annette Püntmann an die Adresse von "Hessen Mobil".

Zugleich verwies sie auf die soziale Dimension der Autobahn mitten durch den Stadtteil und stellte die Frage, ob der hohe Anteil alter Menschen noch zunehmen wird, weil von den ohnehin zu wenigen jungen Familien demnächst einige das Weite suchen? Nicht nur vor dem Hintergrund hat sich das Quartiermanagement vorgenommen, fortan mehr als 100 Jugendliche in den Fokus zu rücken. Wo sind die Teenager, was machen sie, wonach suchen sie? - das seien die Fragen, denen man nachgehe. "Bitte die Planungswerkstatt Schäfflestraße nicht vergessen!", ergänzte Hans Mohr von der CDU-Fraktion im Ortsbeirat 11. "Davon hat man schon lange nichts mehr gehört."

   
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